Friday 18. May 2012

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"HOSPITALPASTORAL"

 

 

 

 

„Unsere Seelsorger im engeren wie im weiteren Sinn zeigen den Menschen den liebenden, fürsorglichen, begleitenden Gott, der den einzelnen in seiner jeweiligen Geschichte annimmt“
(Provinzkapitel 2001, 18)
 

 

 

Alles seelsorgliche Tun in den Werken der Barmherzigen Brüder wird im Wort "Hospitalpastoral“ zusammengefaßt. 

 

 


I. Wesentliche Grundzüge 

 

 

Durch ihre Weihe/Profess nehmen die Barmherzigen Brüder am Pastoralen Handeln der Kirche teil und bringen hier ihr spezifisches Charisma der Hospitalität ein, das sie von ihrem Ordensgründer dem Hl. Johannes von Gott empfangen haben.

 


A. Pastorales Handeln  
 

Darunter wird der gesamte Heilsdienst der Kirche (Seelsorge) verstanden und er vollzieht sich in drei Bereichen:

  • Martyria als Verkündigung und Weitergabe der Botschaft Jesu Christi im Wort
  • Liturgia/Liturgie als Feier des Glaubens
  • Diakonia /Caritas als das Verwirklichen der Frohen Botschaft im Tun am Nächsten

B. Charisma (Gabe) der Hospitalität

  • Die Gabe der Hospitalität ist Kern der Spiritualität und Herzstück des Ordens und von diesem Ziel her wird alles Bemühen getragen. Es soll die barmherzige Liebe Jesu, die den Hl. Johannes von Gott in seinem tiefsten Inneren getroffen hat, zu den Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen gebracht werden. Es bedeutet ihnen in Liebe zu dienen, für ihre Gesundheit, ihr Wohlergehen und ihr Heil Sorge zu tragen, also um eine ganzheitliche Betreuung des Menschen im Sinne des Evangeliums.   

„Unsere Existenz in der Kirche hat den Sinn, das Charisma der Hospitalität nach dem Vorbild des Hl. Johannes von Gott zu leben und offenbar zu machen“

(Konstitutionen der Barmherzigen Brüder, 1984)   

  • Unter General Fr. Pierluigi MARCHESI („Miteinander in Sendung und Spiritualität“, 1981) kam es zu einem grundlegenden Verständniswandel, zu einer neuen Definition der Identität des Ordens und so zu einer wesentlichen Erneuerung: ALLE Barmherzige Brüder und Mitarbeiter – haben teil an dieser Gabe der Hospitalität des Heiligen Johannes von Gott und zwar jeder nach seiner unterschiedlichen Berufung. So wuchs eine neues Miteinander auf diesem Weg im Geiste des Heiligen Johannes von Gott.

 

II. Humanisierung - Basis einer wirksamen Pastoral 

  • Im Sinne des Hl. Johannes von Gott soll dem Menschen in seiner Ganzheitlichkeit gedient werden. Viele Dokumente des Ordens, die ab 1981 veröffentlicht wurden, widmeten sich dieser Sorge um den gesamten Menschen, die mit dem Stichwort „Humanisierung“ zusammengefasst wurde.
  • Menschlicher zu werden“ und im Sinne des Heiligen Johannes von Gott und Jesu Christi zu handeln, dazu sind alle, Barmherzige Brüder und Ihre Mitarbeiter, aufgerufen. Damit ist die eigene d.h. die persönliche Vermenschlichung gemeint und jene des Krankenhauses, besonders angesichts der sich immer mehr entwickelnden medizinischen Institutionen. Das bedeutet eine gute Diagnostik und medizinisches Behandlung, aber auch Zuwendung, Offenheit und Ansprache, indem die Würde des Menschen und seine Bedürfnisse respektiert werden. Unsere Aufgabe ist es allen zu „dienen und zu helfen, und auf dem Stück Lebensweg, den sie bei uns in dem Krisenmoment Krankheit erleben zuverlässige Begleiter sein und darauf hinarbeiten, dass die Krankheit für die Betroffenen auch als Gelegenheit wahrgenommen wird zu sich selbst zu kommen.“ (Charta, 51)
  • So wird deutlich, dass Humanisierung und Pastoraldienst nicht voneinander zu trennen sind, denn um eine wirksame Pastoral leisten zu können, muss der menschliche Boden bereitet werden!

 

III. Konkretisierung auf nationaler und internationaler Ebene


Um all das besser verwirklichen zu können, entstanden Schritt für Schritt neue internationale und nationale Gremien:

 

1. Generalsekretariat für Pastoral: unter dem Generalat von P. Pierluigi Marchesi entstanden, mit dem Ziel der Evangelisierungs- und Pastoralarbeit des Ordens, neue Impulse zu geben.

2. Pastoralkommission A: zuständig für die pastoralen Anliegen und Ziele der Werke der Barmherzigen Brüder auf Provinzebene  

3. Pastoralrat: in Österreich ab 1989 als gemeinsames Gremium von Barmherzigen Brüdern und Mitarbeitern im Dienst eines spezifischen Werkes (Krankenhaus, .......)

 

 


IV. Hospitalpastoral als Seelsorge im engeren Sinne
 

Hier arbeiten vor allem das Team der Seelsorge und der Pastoralrat zusammen.

 

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A. Team der Seelsorge

 

 

Das Team der Seelsorge  besteht aus qualifizierten Personen, die sich ganz der Seelsorgearbeit widmen und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten eingehen können (wie z.B. akut oder chronisch kranke Menschen, behinderte Menschen, Patienten auf der Palliativstation, psychisch Kranke ....) und je nach Gegebenheiten von andern Personen (z.B. ehrenamtlichen Mitarbeiter) unterstützt werden können.

Ziel ist es den leidenden Menschen, der oft in einer tiefen Krise ist „mit seiner Dimension des Glaubens, soweit vorhanden, in Berührung zu setzen, damit sich aus der Begegnung von Glaube und Krise ein fruchtbarer Moment des Heiles für den ganzen Menschen entwickeln kann“ ( Charta 2000, 51)

 

 

 

 

 

B. Pastoralrat und seine Aufgabenbereiche

 

 

Der Pastoralrat ist – wie schon angedeutet - zusammen mit den Barmherzigen Brüdern, der Kollegialen Führung und dem Team der Krankenhausseelsorge ein Teil der Hospitalpastoral. Es soll ein Kreis sein, indem sich engagierte Brüder und Mitarbeiter aus allen Berufsschichten zum Wohl der Hausgemeinschaft einbringen können; denn gemeinsam ist es leichter und umfassender möglich die Ziele des Pastoralrates mitzutragen und umzusetzen und die Lebenssituation der verschiedenen Gruppen im Krankenhaus in Betracht zu ziehen.


 

I.Grundausrichtung

  • Der Pastoralrat als Teil der Gesamtkirche (Orden ist Werk der Kirche) nimmt so am Heils- und Weltauftrag der Kirche (Verkündigung, Liturgie und besonders der Diakonie/Dienst: Hospitalität) teil.
  • Barmherzige Brüder und Mitarbeiter versuchen den Geist des Heiligen Johannes von Gott gegenwärtig  zu halten und eine der Ordensphilosophie/-spiritualität entsprechende, eigene Art des Umganges mit Patienten und Mitarbeitern zu pflegen.

II. Ziele

 

     a.Verwirklichung der Menschlichkeit

 

  • Berücksichtigung der christlichen Ethik in unseren Werken im Umgang mit Patienten und Mitarbeitern:  Achtung vor der Würde des Menschen, als Abbild Gottes geschaffen, vor seiner Freiheit und vor seinem Leid und der Not –Annnahme des Anderen, Verständnis und Wohlwollen, aufrichtige Sorge und Offenheit, Schutz des Lebens...
  • Förderung unserer „Hausfamilie“/„Hausgemeinschaft“ durch Mitarbeit am Zusammenhalt aller Mitglieder - mit dem Ziel gemeinsam Großes zu bewirken – trotz hoher Spezialisierung – so dass Sinn, Erfüllung und Selbstverwirklichung für jeden erfahrbar werden.
  • Bemühen um die Vereinbarkeit des Leitspruches von Johannes von Gott „ Das Herz befehle“ mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Denken im Gesundheitswesen und so an einem guten Verhältnis von guter betriebswirtschaftlicher Führung des Werkes und der christlichen Liebe zu allen Anvertrauten mitzuwirken: Beachtung gesellschaftlicher Entwicklung und Probleme im Alltag, mit speziellem Blick auf die besondere Lebenssituation der verschiedenen Gruppen in den Werken

    b. Mitarbeit in der Seelsorge

 

  • Unterstützung des Teams durch Beratung, Einbringen von Ideen, 
  • Weiterleitung von Informationen (Liturgisches und pastorales Angebot für Mitarbeiter und Patienten weitergeben, Informationen über Gottesdienste, Einkehrtage,  ... ) u.a.
  • Kontakte zu anderen Mitarbeitern und kirchlich Fernstehenden


     c.  Verbindungsglied zwischen Orden und Mitarbeiter

  • Einbringen der Sicht des Ordens und seiner Spiritualität in die verschiedenen Institutionen und Bereiche der Werke: Ethikkommission, Palliativteam, Seelsorgeteam, Öffentlichkeitsarbeit....
  • Interne Weitergabe von Informationen über die Aufgaben und Ziele, Maßnahmen und Publikationen des Ordens
  • Besondere Beachtung der weltweiten Aufgaben des Ordens aus der Sicht aller
  • Förderung der geistigen und materiellen Unterstützung der Missionseinrichtungen 
     

 

V. Literatur 
 
Dokumente des Hospitalordens 

  •  Was ist Krankenhauspastoral?, Rom 1980
  •  Die apostolische Dimension des Hospitalordens vom Hl. Johannes von Gott. Grundlagen und Zielsetzungen der Evangelisierungsarbeit des Ordens, Rom 1982
  • Die Regel des Hl. Augustinus – Briefe des Hl. Johannes von Gott, Generalkurie Rom, Selbstverlag des Provinzialates Wien/München/Frankfurt 1984.
  • Konstitutionen des Hospitalordens vom Heiligen Johannes von Gott, Generalkurie Rom 1984
  • Erklärungen des 62. Generalkapitels, Rom 1988
  • Johannes von Gott lebt, Rom 1991
  • Gemeinsam dem leben dienen – Die Barmherzigen Brüder und ihre Mitarbeiter, Rom 1991
  • Neuevangelisierung und Hospitalität an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, 63. Generalkapitel Bogota 1994
  • Die Missionarische Dimension des Ordens. Eine prophetische Stimme im Dienst der kranken und hilfsbedürftigen Menschen, Rom 1997 
  • Charta der Hospitalität des Hopitalordens vom Heiligen Johannes von Gott. Die Betreuung kranke und hilfsbedürftiger Menschen in der Nachfolge des Heiligen Johannes von Gott, Johann von Gott Verlag München 2000.
  • Johannes von Gott eine Gestalt für heute und morgen geben, 73. Provinzkapitel. Österreichische  Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder, Wien 2001
  • Dynamik mit Stil, Ein gemeinsamer Weg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Barmherzigen Brüder, Wien 2002
  • „Auf dem Weg der Hospitalität...“ 74. Provinzkapitel der österreichischen Ordensprovinz, Edition Barmherzige Brüder, Wien 2004.
  • Der Weg der Hospitalität in der Nachfolge des Heiligen Johannes von Gott. Die Spiritualität eines Barmherzigen Bruders, Generalkurie, Ars Italia Editrice, Rom 2004
  • Marchesi,Fr. Pierluigi OH,
    • Die Grundlagen der Erneuerung, Rom 1978.
    • Vermenschlichung, Antwort eines Barmherzigen Bruders an einem
      geschichtlichen Wendepunkt, Rom 1981 (dt. ÜS: Wien 1982)
    • Unsere Hospitalität - Barmherzigen Brüder: Im Aufbruch in das Jahr 2000; Rom 1986 (dt. ÜS: Regensburg 1988)
       
  • O’Donnell, Fr. Brian OH,
    • Diener und Prophet, Rom 1990
  • Piles Ferrando, Fr. Pascual OH,
    • Die Macht der Liebe, Rom 1995
    • Johannes von Gott. Einladung zur neuen Hospitalität, Rom 1996
    • Lasst euch vom Geist leiten (Gal 5,16). Hospitalorden des hl. Johannes von Gott, Verlag der Generalkurie, Rom, 1996
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