Monday 21. May 2012

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Embolisation des Gebärmuttermyoms

 

Seit Herbst letzten Jahres wurde in Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Anästhesie und Radiologie in unserem Haus eine neue Behandlungsart bei Gebärmuttermyomen angewendet: die Embolisation.

Dabei wird das Myom "ausgehungert", sehr vielen Frauen können so operative Eingriffe an der Gebärmutter bis hin zur Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) erspart werden. Die Embolisation des Myoms an der Gebärmutter ist ein organerhaltendes Verfahren, sicher, minimal invasiv und für die Frauen äußerst schonend. Gebärmutter- oder Uterusmyome sind gutartige Geschwülste, die weit verbreitet sind. Immerhin 25 % aller Frauen bekommen ein Myom, davon  verursachen etwa 30 bis 40 % dauernde Beschwerden. Zwischenblutungen (Metrorrhagien), verstärkte Regelblutungen (Menorrhagien) oder lokale Schmerzen auf Grund der Größe des Myoms sind die leidigen Folgen. Bisher  wurden Gebärmuttermyome mit Hormontherapie, chirurgischer Ausschälung oder  - am meisten verbreitet - durch Hysterektomie (operative Gebärmutterentfernung) behandelt. Die unvergleichlich schonendere  Alternative ist jetzt die organerhaltende Embolisation.

Gerade auch bei  multiplen Myomen, das heißt bei mehreren zusammen auftretenden, war bisher  die chirurgische Entfernung der Gebärmutter praktisch das einzige Mittel der Wahl. Gerade hier ist auch die Embolisation äußerst erfolgreich, den Frauen wird also ein chirurgischer Eingriff erspart. 

Das Grundprinzip der Embolisation ist dabei höchst einfach: Die das Myom versorgenden Arterien werden verschlossen. Das Myom wird sozusagen "ausgetrocknet" oder "ausgehungert", da die Durchblutung des Myoms total  unterbunden wird. Als Folge der "künstlich" verursachten Durchblutungsunterbrechung schrumpft das Myom in den folgenden Monaten und  verschwindet unter Umständen ganz. Fast schlagartig verschwinden dabei die Myombeschwerden und es gibt auch keine Rezidive, also kein Nachwachsen von Myomen. Weiteres Positivum: Die Embolisation erfordert nur einen kurzen Spitalsaufenthalt von drei bis vier Tagen. Mögliche zwei bis drei Tage dauernde Unterbauchschmerzen werden durch patientenkontrollierte Schmerzpumpen verhindert.

 

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   Katheterspitze in der Gebärmutter mit Mikropartikel

Der minimal invasive Eingriff der Embolisation selbst erfolgt in örtlicher  Betäubung durch einen Radiologen. Er führt dabei über eine Punktion in der  Leiste einen Katheter - eine äußerst dünne Sonde mit einem Durchmesser von  ca. 1,7 Millimeter - in die Gebärmutterarterie ein. Dann werden über diese Sonde Mikropartikel, kleine gewebeverträgliche Kunststoffteilchen in maximal Sandkorngröße zum Myom eingeschwemmt. Diese kleinen Teilchen verstopfen sehr schnell alle das Myom ernährenden Gefäße. Die Myomdurchblutung wird dadurch absolut unterbunden, sofort bzw. schlagartig  kommt kein Blut mehr zu den Geschwülsten.
Die Behandlung erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit und hat bei den Patientinnen in unserem Haus hervorragend funktioniert. Ein herzlicher Dank geht dabei an alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen auch im Namen der Patientinnen.

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