In unserem Krankenhaus besteht seit 2002 ein eigener Arbeitskreis, der aus allen betroffenen Berufsgruppen besteht und sich um trauernde Eltern nach Fehl- oder Todgeburten besonders bemüht.
Angefangen von P. Prior, der die Grabstätte am Barbarafriedhof zur Verfügung gestellt hat, Fr. Nikolaus, über Primar und Ärzte der Gyn/Geb. Abteilung, den beiden Stationsschwestern, leitende Hebamme, Psychologin, ökumenisches KH-Seelsorgeteam, dem Prosekturassistenten und dem technischen Assistenten, der die Grabstätte betreut, trifft sich dieser AK regelmäßig, um betroffenen Eltern in ihrer extrem traurigen Situation, die ja immer unerwartet kommt, besser und ganzheitlich beistehen zu können.
Neben der Begleitung, Abschieds- und Segensritualen im Geburtszimmer, auf der Station oder in der Kirche, wo ein eigener Gedenkort für diese Kinder eingerichtet wurde, werden auch regelmäßig Begräbnisse fehl- und totgeborener Kinder am Barbarafriedhof und eine jährliche Gedenkfeier, die immer am Montag nach dem Muttertag ist, mit den betroffenen Eltern gestaltet.
Im April und Oktober jeden Jahres finden die Begräbnisse statt, wozu auch die betroffenen Eltern, wenn sie das möchten, eingeladen werden.
Worte können leer und wenig hilfreich erscheinen,
gerade in so einer Ausnahmesituation.
Worte können das Gegenteil erreichen von dem, was gut gemeint war.
Worte können auch verletzen.
Worte können Empfindungen ausdrücken und ernst nehmen.
Worte können, wenn sie gut überlegt sind und von Herzen kommen,
Brücke sein, Nähe und Beziehung schaffen.
Sie können den verlorenen Boden unter den Füßen neu bereiten;
es kommt immer darauf an ...
„Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach:
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast,
sie macht deine Rose so wichtig.
Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen.
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich,
was du dir vertraut gemacht hast.
Du bist für deine Rose verantwortlich.“
„Ich bin für meine Rose verantwortlich …“
Wiederholte der kleine Prinz,
um es sich zu merken.
aus: Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry