Friday 10. September 2010

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Experten für neuromuskuläre Erkrankungen


Wenn man von Neurologie spricht, dann sind Themen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson und Demenzen in aller Munde. „Für all diese Erkrankungen wurden mit bildgebenden Verfahren wie Kernspintomografie und PET Diagnosemöglichkeiten stark verbessert. Auch in der Therapie gibt es viele Fortschritte. Die Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur sind zwar sehr vielschichtig und zeigen viele Ausprägungen, sie stehen aber im Schatten der Erkrankungen des zentralen Nervensystems“, meint Univ.-Doz. Neurologie-Primar Christian Eggers. Aufbauend auf seinen Kompetenzen und Kenntnissen hat sich die Neurologie bei den Barmherzigen Brüdern auf dieses „Stiefkind“ in der Neurologie spezialisiert.

 

unknownLaut Eggers machen neuromuskuläre Erkrankungen aber einen Großteil der Beschwerden aus, mit denen Patienten Neurologen aufsuchen. Polyneuropathien z. B. zeigen sich durch Gefühlsstörungen, Lähmungen, Muskelschwund und Schmerzen. Jede Erkrankung für sich tritt nicht so häufig auf, aber in Summe sind sehr viele Menschen von solchen Beschwerden betroffen.
Mittels Elektromyografie und Elektroneurografie werden solche Störungen diagnostiziert. „Ich habe mich selbst lange Zeit mit diesen Diagnosetechniken beschäftigt und bin am neuesten Stand“, sagt Eggers.

Bei den Polyneuropathien haben sich insbesondere bei den immunvermittelten Formen wie der multifokalen motorischen Neuropathie oder den Paraprotein-assoziierten Neuropathien neue therapeutische Möglichkeiten ergeben, die mittels  einer differenzierten Neurografie inklusive proximaler Stimulation und der Suche nach Konduktionsblöcken diagnostiziert werden müssen. Beim Restless-Legs-Syndrom muss z.B. durch eine Neurografie die idiopathische und symptomatische Form unterschieden werden. Die Elektroneurografie umfasst die Methoden zur Bestimmung der motorischen und sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit, der Überleitung zu den einzelnen Muskeln, der F-Wellen und der H-Reflexzeit.

Auch die Myastenie gravis, eine Form der neuromuskulären Übertragungsstörung ist eine Form der neuromuskulären Erkrankungen. Ihre Symptome sind z.B. ausgeprägte Muskelschwäche mit Ermüdbarkeit, Doppelbilder und Sprech- oder Schluckstörung.
Bei Patienten mit Muskelzuckungen und chronisch progredienten Symptomen wie Sprech- und Schluckstörungen muss an eine amyotrophische Lateralsklerose (ALS) gedacht werden.
„Ein Gebiet mit sehr vielen verschiedenen, aber im Einzelnen seltenen Erkrankungen sind die Myopathien. Man unterscheidet entzündliche, metabolische und solche mit Strukturanomalien“, so Primar Eggers.

Bei den Myotonien (z.B. Curschmann-Steinert-Myotonie) und dem Krampussyndrom mit starken Muskelkrämpfen ist ebenfalls die Elektrophysiologie die entscheidende Diagnosemethode.
Primar Eggers sowie  Oberarzt Schneider haben sich besonders mit der Elektrophysiologie beschäftigt und diesbezüglich fortgebildet.  Sind Muskelbiopsien notwendig, wird eng mit den Neuropathologen der Landes-Nervenklinik Linz zusammengearbeitet. Die Experten der Barmherzigen Brüder stehen auch mit spezialisierten Labors an Universitätskliniken im deutschsprachigen Raum in Kontakt.
„Patienten mit Verdacht auf neuromuskuläre Probleme erhalten an unserer Abteilung optimale, umfassende und moderne  Abklärung. Unser Ziel ist auch betroffenen Menschen, die oft einen langen Leidensweg hinter sich haben, weil ihre Erkrankung nicht richtig diagnostiziert und daher fehlbehandelt wurde, zu helfen“, sagt Univ.- Doz. Christian Eggers.

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