Johannes Ciudad, 1495 im portugiesischen Ort
Montemor-o-Novo geboren,
ist lange auf der Suche nach einem „richtigen“ Lebensinhalt. Johannes
arbeitet zuerst als Hirtenjunge und später als Buchhändler, Taglöhner
und Soldat. Dabei kommt er 1532 als Landsknecht im Krieg gegen die
Türken sogar bis in die Gegend von Wien. Nach Jahrzehnten der Suche
hört er mit über 40 Jahren in Granada eine Predigt des Johannes von
Avila, die ihn tief bewegt. Er gründet daraufhin ein eigenes Hospital
und kümmert sich ab nun um Kranke und um die nach damaliger Meinung merkwürdigen Gestalten: Bettler, Aussätzige und Behinderte.
Oft sammelt Johannes diese Menschen auf der Straße auf und trägt sie
auf dem Rücken in sein Hospital. So erhält er auch vom Bischof von Tuy
den Namen „Johannes von Gott“, denn nach dessen Meinung können solche
Taten nur von Gott eingegeben sein.
Pionier des Krankenhauswesens
Sein erstes Hospital in Granada wird bald zu klein. Den Mitbürgern wird
auch rasch klar, dass es sich um ein Projekt mit neuer Qualität
handelt. Neu ist das Unterbringungssystem in seinem Hospital, denn er
trennt die Patienten nicht nur nach dem Geschlecht, sondern auch nach
den Krankheitsarten. Revolutionär ist, dass jeder Patient sein eigenes
Bett erhält und Johannes als Erster mit einer schriftlichen
Dokumentation des Behandlungs- und Pflegeprozesses beginnt!
Neu ist aber auch seine ganzheitliche Behandlungsmethode: Er sieht den
Geist und Körper des Patienten als eine Einheit, die ins Gleichgewicht
gebracht werden muss. Nicht nur die Verordnung von Arzneien, auch das
persönliche Gespräch gehört für ihn dazu. Ebenso ruft er Priester zur
Seelsorge in sein Spital.
Als Johannes 1550 stirbt, wird er von den
Bewohnern Granadas bereits als Heiliger verehrt.
Johannes hat zwar als Einzelkämpfer begonnen, aber rasch wächst die
Zahl seiner Nachfolger, und sie wird bald in ganz Europa tätig.
Biographie im Detail: