1882 nahm am Wiener Rudolfinerhaus die erste Krankenpflegeschule im Gebiet des heutigen Österreich ihren Lehrbetrieb auf. 1914, als im Krieg Engpässe bei der Versorgung verwundeter Soldaten befürchtet wurden, führte der Staat die erste institutionalisierte Pflege-Ausbildung ein. Bis vor ein paar Jahren war die Pflege eine der Medizin untergeordnete Hilfstätigkeit. Erst 1997 brachte das GuKG die volle Anerkennung der Pflege als eigenverantwortlichen Beruf.
In den USA hat die Akademisierung der Pflege vor genau 100 Jahren begonnen, und breitete sich von dort über Großbritannien und Skandinavien ins restliche Europa aus. Die Ansprüche an die Pflege und in der Pflege wachsen kontinuierlich, und so ist auch in Österreich eine wissenschaftliche Basis im Sinne eines „Evidence-based Nursing“ nötig geworden.
Das Kombistudium Pflege kombiniert die herkömmlichen Berufsbilder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie des Pflegewissenschafters, und erweitert sie um neue Mglichkeiten!
Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege ist der pflegerische Teil der gesundheitsfördernden, präventiven, diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten.
Er umfaßt die Pflege und Betreuung von Menschen aller Altersstufen bei körperlichen und psychischen Erkrankungen, die Pflege und Betreuung behinderter Menschen, Schwerkranker und Sterbender sowie die pflegerische Mitwirkung an der Rehabilitation, der primären Gesundheitsversorgung, der Förderung der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten im intra- und extramuralen Bereich.
Die angeführten Tätigkeiten beinhalten auch die Mitarbeit bei diagnostischen und therapeutischen Verrichtungen auf ärztliche Anordnung.
Die Tätigkeit des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege umfasst folgende Bereiche (Text nach dem GuKG):
Pflegepersonen, die zusätzlich im Kombistudium Pflege ausgebildet wurden, sind geschult, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu pflegen, wissenschaftliche Studien aufzubereiten, und diese in die Praxis umzusetzen.
Ihr Tätigkeitsfeld umfasst somit u. a. den Wissenstransfer, die praktische und theoretische Fortbildung anderer Pflegepersonen, die Führungs- und Planungsaufgaben in Spitälern und Pflegeheimen sowie die Forschung über die Wirksamkeit von Pflegemethoden, um evidenzbasierte Pflege leisten zu können.